Die Radio-Stellenanzeige – Interview mit Knuth Harders von Jobhamster.de

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Artikel veröffentlicht in Aktuelles am 12.09.2013
Erstellt von Stammplatz Kommunikation

Die Radio-Stellenanzeige – Interview mit Knuth Harders von Jobhamster.de

Während sich die Recruiting-Welt fast nur noch im Internet abspielt, setzt Jobhamster.de auf einen Mix des Internet mit dem Hörfunk. STAMMPLATZ fragt nach.

Die Zukunft Personal in Köln steht vor der Tür. Wie jedes Jahr trifft sich die HR-Branche, um all das zu diskutieren, was den deutschen Arbeitsmarkt und seine Akteure umtreibt. Im Jobbörsen-Bereich heißt das: Das eigentlich immer gleiche Geschäftsmodell neu erfinden, um Personaler am Messestand oder am Rande eines Fachvortrags zu überzeugen. Eine neue, interessante Recruiting-Idee ist in Köln allerdings leider nicht dabei. Trotzdem lohnt es sich, sie zu diskutieren. Jobhamster.de heißt die etwas andere Recruiting-Idee, die vor allem mittelständische Unternehmen interessieren dürfte, die in erster Linie regional nach neuen Mitarbeitern suchen. Hier wird nämlich über das Radio in Verbindung mit Online-Schaltungen rekrutiert – oder anders gesagt: Die Radio-Stellenanzeige ist geboren. STAMMPLATZ sprach mit Knuth Harders von Jobhamster über diesen etwas anderen Rekrutierungsansatz.

STAMMPLATZ: Sehr geehrter Herr Harders, das gute alte Radio galt bisher nicht unbedingt als passender Recruiting-Kanal. Was lässt Sie glauben, dass diese Einschätzung überdacht werden muss?
Knuth Harders: Wir hören derzeit immer mehr vom Recruiting 2.0 und da wundere ich mich sehr, dass das Radio-Recruiting noch so wenig beachtet wurde. Das Medium Radio hat eine enorme Reichweite, die bisher scheinbar unterschätzt wird. Zwar sind nicht alle Hörer auch Job-Suchende, aber jeder Hörer ist ein potenzieller Multiplikator. Über Social Media, Mundpropaganda und Co. weiß doch heutzutage jeder Bekannte und Verwandte, ob jemand arbeitslos oder im Job unzufrieden ist. Ein Job-Spot erreicht demnach nicht nur die potenziellen Arbeitnehmer, sondern auch deren Freunde. Das können Online-Jobbörsen so nicht bieten. Hinzu kommt der zusätzliche Werbeeffekt des Unternehmens gegenüber potenziellen Kunden.

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STAMMPLATZ: Wie sieht ein aus Ihrer Sicht idealer Stellenanzeigen-Spot aus? Beziehungsweise: Wie sollte er sich anhören, um passiv suchende Kandidaten zu erreichen?
Knuth Harders: Wir übernehmen die Erstellung des Spots für unsere Kunden und beraten sie individuell je nach Stellenanzeige. Der Spot ist die Kurzfassung der Online-Stellenanzeige. Er sollte den Job-Titel, die Aufgaben und Voraussetzungen enthalten. Außerdem sollte die Firma kurz vorgestellt werden für einen effektiven Werbeeffekt. Passiv suchende Kandidaten werden besonders durch erwähnte Incentives angelockt wie flexible Arbeitszeiten, zusätzliche Provisionen oder modernes Arbeitsumfeld.

STAMMPLATZ: Sie haben eine feste Auswahl an Radiosendern, die man über Sie buchen kann. Wie kommt diese zustande?
Knuth Harders: Wir kooperieren derzeit mit einigen Radiosendern, sind jedoch in der Lage die Job-Spots auch bei jedem anderen Radiosender zu schalten. Die Kooperationen haben wir im Laufe der Jahre aufgebaut und fast alle Kooperationspartner haben unsere Jobbörse bereits in ihre Webseite integriert.

STAMMPLATZ: Der Vorteil einer Radio-Stellenanzeige ist sicherlich, dass sie Kandidaten immer dann „abholen“ können, wenn sie auf dem Weg zur und von der Arbeit sind. Stimmt die Einschätzung, dass die beste Zeit für Ihr Angebot morgens zwischen 8:00 und 9:00 Uhr ist und nachmittags ab 17:00 Uhr? Oder ist das zu viel des Klischees?
Knuth Harders: Es gibt sicherlich Spitzenzeiten für Radiosender, aber da würde ich mich nicht festlegen wollen. Jeder Radiosender ist anders, weil die Zielgruppe eine andere ist. Je nach Sender sind daher die Hauptzeiten teilweise auch unterschiedlich. Aktiv hört man Radio meistens am Morgen und auf dem Weg zur Arbeit, aber passiv läuft in vielen Haushalten und auch am Arbeitsplatz das Radio den ganzen Tag. Ein passiv suchender Arbeitnehmer spitzt aber sicherlich die Ohren, wenn ein Job-Spot läuft. Im besten Fall hört den Spot eben auch ein Bekannter oder Verwandter und berichtet davon!

STAMMPLATZ: Wenn Sie einen Kandidaten tatsächlich über einen Radiospot erreichen, ist der Weg zu Ihrer Online-Plattform noch weit. Wie lösen Sie das Problem des Medienbruchs vom Radio zum Internet?
Knuth Harders: Den Medienbruch würde ich nicht als Problem sehen. Wenn der Hörer sich von dem Stellenangebot wirklich angesprochen fühlt, wird er den Weg zur ausführlichen Beschreibung und der Kontaktperson schnell finden. Wir machen es dem Suchenden besonders leicht. Entweder er findet die Stellenanzeige in der Jobbörse des Radiosenders oder kann, nach Radiosender und Stichworten sortiert, auf www.jobhamster.de das Angebot aufrufen. Das wird im Spot deutlich kommuniziert, so dass die Hürde verringert wird.

STAMMPLATZ: Radio-Ansprache funktioniert vor allem regional. Es liegt also nahe, dass vor allem KMU´s Ihre Kunden sind, die auch in erster Linie regional nach Personal suchen. Richtig?
Knuth Harders: Wir möchten nicht nur regionale Firmen mit unserem Angebot ansprechen. Unsere Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen, aber auch kleine Firmen und große Konzerne. Je nach Radiosender hat ein Job-Spot eine andere Reichweite, so dass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Ein Konzern wird sicherlich Bundesländer übergreifend nach Mitarbeitern suchen, aber der Bäcker um die Ecke vielleicht nur im Umkreis von 30 Kilometern. Der Bäcker hat mit einem lokalen Job-Spot zwar eine geringere Reichweite, aber erreicht genau seine Zielgruppe und muss dementsprechend auch weniger zahlen.

STAMMPLATZ: Wie sehen Sie Ihren Platz in der Online-Recruiting-Landschaft, die in Deutschland ja von sehr vielen Anbietern bestimmt wird – den Generalisten wie StepStone oder Monster einerseits, den Nischen-Portalen sowie verstärkt von Job-Suchmaschinen?
Knuth Harders: Wir setzen unseren Schwerpunkt auf das Radio-Recruiting, welches immer in Verbindung mit Online-Anzeigen steht. Radio-Spots können nicht alleine funktionieren, daher ist jeder Radio-Job-Spot auch online bei uns zu finden. Wir möchten aber nicht gegen Stepstone, Absolventa & Co. ankämpfen, sondern unsere eigene Nische als „Radio-Recruiting -Agentur“ behaupten und ausbauen.

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Sascha Theisen

STAMMPLATZ-Gründer und Fußball-Romantiker

Sascha Theisen hat viele Talente und eine große Schwäche. Seine Talente liegen unter anderen in der Beratung von Recruiting-Dienstleistern und Arbeitgebern rund um deren kommunikativen Auftritt. Seine große Schwäche spielt alle zwei Wochen am Aachener Tivoli und träumt dort mit Theisen von alten Zeiten, in denen Mario Krohm vor knarzenden Holztribünen die Maschen zerbeulte. Bevor sich Theisen mit STAMMPLATZ aufmachte, seine Ideen und Projekte selbstständig umzusetzen, war er sechs Jahre lang bei StepStone in leitenden Marketing-Positionen tätig. Niemand kann ganz genau sagen, was aus Theisen geworden wäre, hätte er ein stabileres Knie gehabt – er selbst am wenigsten.