Jonathan-Hart-Ingenieure

STAMMPLATZ Thema

Artikel veröffentlicht in Aktuelles am 27.03.2013
Erstellt von Stammplatz Kommunikation

Jonathan-Hart-Ingenieure

Menschen, die ihre TV-Sozialisation in den Achtzigern genossen haben, erinnern sich sicherlich heute noch an die Vorabend-Serie „Hart aber herzlich“ – erst mal wegen Stephanie Powers, von der alle pubertierenden Jungs damals in einsamen Nächten mindestens geträumt haben dürften. Dann aber auch wegen der Anfangssequenz (siehe Video unten), in der Butler Max alle Beteiligten inklusive Hund Friedward aus dem Off vorstellte und beim Hauptdarsteller in fast epische Sätze verfiel: „Das ist Jonathan Hart – ein Selfmade-Millionär“. Was für ein Typ! Keine Frage: So wollte man sein.

Deutsche Ingenieure sind Jonathan Harts Erben
Und offenbar hat Max schon damals Einfluss auf den Arbeitsmarkt der Zukunft genommen. Jedenfalls legt das eine hoch interessante, aber schon etwas ältere Erhebung (2011) des Institutes der deutschen Wirtschaft aus Köln nahe: Demnach kommen 75 Prozent der heutigen deutschen Ingenieure aus Familien in denen kein Studienabschluss am Essenstisch des Familienoberhauptes sitzt. Das bedeutet: Ingenieurabsolventen haben sich ihren beruflichen Aufstieg in höherem Maße erarbeitet als Fachkräfte aus anderen Berufsfeldern. Bei Juristen oder Medizinern etwa kommen mehr als 50 Prozent des Nachwuchses aus Familien mit akademischen Hintergrund. Interessante Schlussfolgerung: Niedrige Zugangshürden für technische Berufe sind also in jedem Fall ein Mittel, den Mangel an qualifizierten Ingenieuren langfristig angehen zu können.

Fachkräftemangel: 3,2 offene Stellen pro Ingenieur
Die Zahlen des Kölner Institutes sind auch deshalb eine ermutigende Nachricht für die deutsche Wirtschaft, weil Ingenieure im derzeitigen Fachkräftemangel besonders gesucht sind. Das beweisen nicht zuletzt die aktuellen Zahlen des VDI. Demnach waren im November 2012 76.600 offene Ingenieursstellen gemeldet, was gegenüber dem Vorjahr zwar einen Rückgang von 2.000 Jobs bedeutet, aber immer noch ein alarmierendes Kennzeichen des Fachkräftemangels in Deutschland ist. Besonders gesucht: Ingenieure mit den Schwerpunkten Maschinen- und Fahrzeugtechnik (23.900) sowie Energie- und Elektrotechnik (18.000). Dem gegenüber suchten lediglich 23.660 arbeitslose Ingenieure einen Job. Im Mittel bedeutet das 3,2 offene Stellen pro Ingenieur. Ein besonders großer Engpass herrschte mit 7,2 offenen Stellen je stellensuchenden Ingenieur bei Maschinen- und Fahrzeugtechnik-Ingenieuren.

Fazit: Mehr Ingenieure als bisher gedacht waren einst in Stephanie Powers verliebt und haben sich Jonathan zum Vorbild gesucht. Vielleicht eine wichtige Erkenntnis bei der Ansprache von Ingenieuren – in Stellenanzeigen, Vorstellungsgesprächen oder Employer Branding Broschüren. Einfach mal in den Bilderarchiven der Achtziger kramen – kann jedenfalls nicht schaden…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sascha Theisen

STAMMPLATZ-Gründer und Fußball-Romantiker

Sascha Theisen hat viele Talente und eine große Schwäche. Seine Talente liegen unter anderen in der Beratung von Recruiting-Dienstleistern und Arbeitgebern rund um deren kommunikativen Auftritt. Seine große Schwäche spielt alle zwei Wochen am Aachener Tivoli und träumt dort mit Theisen von alten Zeiten, in denen Mario Krohm vor knarzenden Holztribünen die Maschen zerbeulte. Bevor sich Theisen mit STAMMPLATZ aufmachte, seine Ideen und Projekte selbstständig umzusetzen, war er sechs Jahre lang bei StepStone in leitenden Marketing-Positionen tätig. Niemand kann ganz genau sagen, was aus Theisen geworden wäre, hätte er ein stabileres Knie gehabt – er selbst am wenigsten.